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Am 07.07.09 machen sich 5 Frauen in zwei Autos mit reichlich Proviant auf den Weg nach Schleswig an der Schlei. Eine Einladung zum Segeltörn ist der Grund - 4 Tage was anderes sehen und hören und vor allem Unbekanntes kennen lernen.
 Nach ca. 3 Std. Fahrt erreichen wir unser Ziel: die Wiking Marina in Schleswig. Es regnet, was die Stimmung zunächst etwas drückt und mich schon an umkehren denken lässt. Leichte Nervosität und Neugier ist spürbar, als wir die 11,5 m Yacht entern. Oder auch Überraschung wie bei Agatha, die eigentlich ein wesentlich größeres Schiff mit Liegestuhl erwartet hatte.
Erstmal ist Kaffee und Kuchen angesagt zum Eingewöhnen und Neuigkeitenaustausch und nach kurzer Zeit auch Sonnenbaden an Deck. Die Kabinen sind schnell verteilt, die Damen mit den klaustrophobischen Neigungen erhalten die Premium-Suite im Bug des Schiffes, dort ist mehr Platz und es schaukelt nicht so sehr. Nach schnellem Auspacken- der Süßigkeiten- Schrank ist zum bersten voll- startet die Einweisung. Beim Betreten des Schiffes fällt zunächst die Küche ins Auge. Kühlschrank, Herd, Spüle alles da! Wie funktioniert das Bord —WC? Hebel rechts pumpen - Pipi machen - Hebel links pumpen - Hebel rechts pumpen... ich hab's bis heute nicht begriffen. Der Salon zeichnet sich durch Bequemlichkeit aus und es versteckt sich noch ein Doppelbett darin. Ganz wichtig ist der Navitisch mit Funkgerät und Radio!!! Und zu guter Letzt die Rettungswesten - für jeden ist eine da- alles passt. Wozu sind die gelben Strippen mit den Karabinern? Sicherheit damit bei Seegang keiner über Bord geht! Stefan gibt erste Seglerausdrücke preis: luv- die dem Wind zugewandte Seite, lee- die dem Wind abgewandte Seite,, Agatha rauch nach lee- sonst kriegen wir alles ab" — beim ersten Versuch klappt es noch nicht nur eine Feststellung ist möglich- Agatha geht an Bord wie ne' schwangere Auster! Doch zurück zum Ernst der Sache: Wie starte ich den Motor? Was ist die Winsch? Das ist das Vorsegel? Wo ist das Großsegel und wieso heißt es fieren? Das sind nur ein paar Fragen, die durch meinen Kopf sausten! Eine Kurzinfo in Navigation und „Windlehre" haben wir auch erhalten - „Vor dem Wind" und „Raumwind" konnte ich mir gut einprägen ebenso die Gefahrentonnen - Segeln ist ein bisschen wie Auto fahren nur mit Wasser! Abendessen gab es schlicht mit lecker Brot und Salat. Da wir nicht scharf aufs Abwaschen waren- wir wollten wenigstens ein bisschen Urlaub- fallen Äußerungen wie: „Wo ist eigentlich der kleine Löffel von heut Mittag?" oder „Können wir im Hafen Pappgeschirr kaufen?" Am ersten Abend sind wir müde und gespannt, was noch kommt! Die Dusche sparen wir uns, die kostet nämlich ´nen Euro - Katzenwäsche muss reichen! Die Chefin sorgt für den letzten überraschenden Lacher des Tages: „ Ist die Schott schon zu? Ich muss mal pupen...!" Mittwochmorgen 8:00 Uhr Aufstehen – Waschen - Frühstücken- um 10:00 Uhr wollen wir ablegen. Alle Segel sind fest angezogen. Kurze Anweisung, wer welche Aufgabe beim Ablegen hat und wo welcher Fender und welche Leine zu verstauen sind und los geht's!! Theresa darf ans Steuer- sieht sehr gut aus- und Stefan freut sich, dass jemartd soviel Interesse zeigt and erklärt fleißig die verschiedenen Symbole und Wassertiefen auf dem Navi. Wir anderen schauen erstmal gespannt zu bis auf Agatha. Sie sucht noch immer den Liegestuhl. Stefan schlagt vor das sie um die Sonne hervor zu locken ein paar Bikinis vorfahrt doch sie erwidert: „Die sind so OMI-HAFT-ART!" also so reichen kurze Hosen und die polnische Cosmopolitan für ihre Entspannung. Ich versuche mich an Englischer Grammatik- bis ich meinen Hello Kitty-Bleistift über Bord fallen lasse. Heike stellt indes fest, dass sie ihre Handtasche samt Buch und Lesebrille im Auto vergessen hat and Ina schläft. Der heutige Tag ist durchgeplant, wir wollen bis nach Kappeln und müssen zwei Brücken passieren, die zu jeder Stunde nur 15Min. geöffnet sind. Nach zwei Stunden ist unsere Steuerfrau erschöpft und wir tauschen! Für mich ist es ein tolles Gefühl am Steuer zu stehen- nur mein altes Problem tritt auf: Ich hab zu viele Fragen im Kopf. Die anderen werden müde und ich versuche die gelernten Vorfahrts-Wind-Regeln zu beachten und die anderen Schiffe um uns herum zu beobachten. Die Schlei ist ein ruhiger Ostseezulauf mit wunderbar grünen Ufern, die kaum bewohnt sind. So reden wir wenig und genießen die Stille, von der wir sonst eher selten umgeben sind. Gegen 13:30 Uhr kommt die erste Brücke in Sicht und ein kleiner Stau- die Ampel wird grün und ich schaffe es uns sicher hindurch zu lenken. Kappeln kommt langsam in Sicht- wir passieren die zweite Brücke- doch wir finden keinen Liegeplatz. Kurze Enttäuschung, doch im zweiten Anlauf klappt es. Ein Liegeplatz in erster Reihe! Nachdem das Schiff klargemacht ist, hübschen wir Frauen uns auf and wollen die Stadt erkunden. Kappeln ist ein typisches kleines Touristenstädtchen- doch die schönen Fassaden und kleinen Gassen verleihen ihm jede Menge Charme. Urn 18:00 Uhr wollen wir gemeinsam im Fährhaus zu Abend essen, doch wenn 5 Frauen gemeinsam losziehen will nach ungefähr 10 Min. jede in eine andere Richtung. Wir zersplittern uns — trinken Kaffee und kaufen Mitbringsel— denken aber daran, Postkarten zu kaufen und dem Chef seine Tageszeitung zu bringen. Das Fährhaus ist ein uriges Lokal, welches in der Saison nur Fisch serviert. Diese Nachricht wird Ina zum Verhängnis, denn sie mag keinen Fisch und weicht auf eine Ofenkartoffel aus. Wir anderen erfreuen uns an Scholle, Brathering oder wie Theresa an Seelachsfilet mit Nordseekrabben. Allerdings hatten von Ihrem Teller auch drei Leute essen können. Nachdem Essen schlendern wir durch den still gewordenen Ort und gönnen uns noch eine Kugel Eis. Da die Dusche heute kostenfrei ist, nutzen wir das aus. Stefan möchte uns an diesem Abend in die hohe Kunst des Kartenspielens einweihen„Bohnanza” wird ein echter Spaß und zeigt, wer gut schummeln und im Team agieren kann. Theresa und ich schummeln nämlich gemeinsam, was ihr zwei Siege einbringt. Nur Agatha ist ein bisschen frustriert- sie versteht die Regeln nicht! Spät gehen wir heute zu Bett, doch wir schlafen gut - nur mich und Theresa hält das Gluckern des Wassers wach, welches gegen das Schiff schlägt. Am Donnerstagmorgen stehe ich früh auf und streife durch den Ort auf der Suche nach dem Briefkasten and dem Bäcker um der Crew Brötchen mitzubringen. Stefan macht indes Rührei, was auch die Letzten aus den Kojen holt. Nach Frühstück und Abwasch gehen wir Frauen noch fix Tageslektüre kaufen und Espresso trinken- dann kann es losgehen. Heute erhalten wir Order, gleich Regensachen und Schwimmwesten anzulegen- was mich etwas nervös macht. Von der Schlei geht es an Maasholm vorbei auf die Ostsee. Sofort bemerken wir die für Anfänger „raue See". Bei der ersten Schräglage reicht die Reaktion von Verwunderung bis Panik, was Agatha durch kurzes Aufschreien deutlich macht. Doch wir versuchen zunächst die Sonne zu genießen and zu entspannen- his auf Theresa. Die steht am Steuer and hat ordentlich zu arbeiten. Nach ca. 2 Std. Fahrt und auffrischendem Wind Stärke 6 in Böen 7- versuche auch ich innerlich ruhig zu bleiben um Übelkeit zu vermeiden. Und genau das war mein Fehler, indem ich ständig dachte: „ Dir wird nicht schlecht" wurde mir sehr elend und ich wollte eigentlich nur Tod umfallen... meine Erinnerung lasst hier stark nach. Irgendwann höre ich Stefans Stimme die sagt: „In ca. 30 Min sind wir da" und ich war erlöst. Mein Kreislauf erholt sich langsam and ich kann beim Anlegen schon wieder mit anpacken. Endlich in Gelting haben wir Kaffeedurst and plündern Agatha's in Kappeln gekauftes leckeres Kuchenpaket. Entspannung steht an: Lesen, Schlafen und Telefonieren - so vertreiben uns die Zeit bis zum Abendessen.
 Theresa hat die Idee einen der Picknicktische auf den Steg zu tragen um dort am Schiff zu essen. Also gibt es klassische Spaghetti mit Tomatensauce and dazu ein Gläschen von Ina's mitgebrachtem Sekt unter freiem Himmel. Pünktlich zum Ende unseres Essens beginnt es zu regnen. Also Flucht nach drinnen. Bei einem leckeren Campari läuten wir eine weitere Partie „Bohnanza" ein and alle gemeinsam schummeln wir, nur Heike- ist brav und verliert! Vor der Nachtruhe frage ich nervös nach dem Wetter- noch so einen Tag würde ich nicht ohne Schaden überstehen. Doch Stefan muss mich enttäuschen- der Wetterbericht sieht keine Verbesserung vor. Also heißt es für Ina und mich tief durchatmen und positiv denken. Am Freitag müssen wir früh raus. Wir haben noch viel Strecke vor uns um 8:00 Uhr nehmen wir das letzte gemeinsame Frühstück ein und packen danach schnell unsere Taschen. Um 9:30 Uhr wollen wir ablegen, es ist bedeckt. Trotz der gestrigen Wolken sehe ich heut aus wie ein Waschbär und kassiere mal wieder die Sprüche meines Chefs - aber was tut man nicht alles um seine Mitmenschen zu erfreuen. Theresa darf zunächst steuern bis Heike sie später ablöst. Der Wind und die Wolken sind heute gnädig und bescheren uns einen ruhigen Seetag. Meine innere Ruhe kehrt zurück und wir alle genießen die letzte Stille unseres Urlaubs. Gegen 14Uhr laufen wir in Flensburg ein. Unsere Marina ist sehr futuristisch und von tollen Häuser mit Blick auf den Hafen umgeben- ich bin erstaunt, dass man so toll wohnen kann. Tanken mit einen Segelschiff ist nicht so einfach wie ich mir dachte. Es braucht zwei Anläufe und viel Kraft und Geduld, bis wir richtig am Steg liegen, sodass Stefan tanken kann. Endlich in unserer Parkbox- beginnen wir schnell mit dem Reinigen, Ausräumen und Abtransportieren von unserer" Jytte". Wir haben alle unsere Crew-Shirts an und bitten einen Hafenangestellten ein Erinnerungsfoto zu machen. Leichte Wehmut macht sich breit. Es waren schöne Tage mit Höhen und Tiefen und neuen Grenzen, die wir austesten konnten. Nachdem Stefan das Schiff ordnungsgemäß abgegeben hat, gehen wir im „Lee" noch eine Kleinigkeit essen. Um 16:00 Uhr nehmen wir Abschied voneinander und von" Jytte". Vielleicht war dieser Törn der Beginn einer Tradition, die wir in den nächsten Jahren fortführen können. Juli 2009 Anna Zekri Crew"Boxenluder Trixi" Anmerkungen des Skipper's 1 Skipper und 5 Frauen? Kann das gut gehen?? Zumal die eigene Frau auch noch mit dabei ist!! Letztes Weihnachtsfest kam uns die Idee mit dem Segeltörn auf der Schlei. Heike und ich wollten mal in Ruhe ausspannen, die Schlei erkunden, keine Meilen fressen, sondern Urlaub pur. Irgendwann kam die Idee dazu, unsere Mitarbeiter für drei Tage einzuladen. Gesagt getan, als Weihnachtsgeschenk gab's den Sommerkurzurlaub dazu. 4 Neulinge an Bord, die mit Segeln noch nie in Berührung gekommen sind und die eigentlich, in Ihren Vorstellungen, Sonnenbaden - Liegestuhl - Badeurlaub, kurz gesagt, Kaffeesegeln im Sinn hatten.
 Schon bei der Übernahme die ersten schockierten Gesichter. Das Schiff ist so klein und die Kojen so eng!! Warum hat alles einen anderen Namen. Warum Steuer- und Backbord und nicht rechts und links? Was ist Lee und Luv? Warum heißt ein Seil Fall und das andere Schot? Also erstmal den Mund fusselig reden, die Toilette erklären und Schwimmwesten einstellen. Nachdem alles erklärt war, konnte es losgehen. Zu Hause hatten wir noch 28 Grad im Schatten, doch der Wettergott wollte es anders. Wir hatten ja auch den obligatorischen Schluck für Rasmus vergessen ! Eine Schlechtwetterwolke nach der anderen zog über uns hinweg. Der Wind blies konstant aus westlichen Richtungen in Stärke 5-6 Schauer und Gewitterböen 7-8, eigentlich kein Wetter für Neulinge. Aber wir mussten ja nach Flensburg! Auf der Schlei am ersten Tag gab es keine Probleme. Raumschots nur mit der Genua segelten wir fast geräuschlos bis Kappeln. Für den ersten Tag genau das Richtige. Die Herausforderung kam am zweiten Tag. Ab Schleimünde im 2. Reff hart am Wind bis Gelting. Die meistgestellte Frage:" Wann kippt das Boot um?" Die Mädel's hielten sich aber tapfer, keine fütterte die Fische und alle waren froh, als wir in Gelting längseits im alten Fährhafen festmachten. Für einen Anleger in die Box waren Sie zu schlapp. Am nächsten Tag dieselbe Wetterprognose, wenn es einen Bus gegeben hätte, wären sie wohl lieber mit dem gefahren. Aber DP07 hat nicht jeden Tag recht, und so kreuzten wir bei angenehmen SW 3 gen Flensburg. Es war ein angenehmer Abschlusstag und alle waren froh, trotz des Dauerregens bei der Heimfahrt, wieder im eigenen Bett zu schlafen.. Vielleicht wiederholen wir es ja im nächsten Jahr, denn bislang sind alle wieder zur Arbeit gekommen.

Stefan Bahls |